»stallarte 08«
Erstes Sommerfestival für Lyrik,
Neue Musik und Bildende Kunst
(20. bis 22. Juni 2008)




Das Festival
Programm

Bildende Kunst
Literatur
Neue Musik

Förderer

Nora Lena Meyer: Einfall, 2008

Alles ist Dreieck: Nora Lena Meyer hat diese Passion seit vier Jahren.

Es begann mit unzähligen Zeichnungen, in denen sich die Linien zu Dreiecken in Schichtungen und Überlagerungen fügten; die Entwicklung führte hin zu den immens aufwendigen Kompositionen der Gegenwart.

Durch das Faszinosum Dreieck entstand bei der Künstlerin ein übergreifendes Interesse an der Dreizahl. Sie beschäftigt sich mit deren Symbolgehalt und der Bedeutung u.a. in Religion, Dialektik, Mathematik und Psychoanalyse.

Auch die Auseinandersetzung mit dem Strukturalismus findet ihren Widerschein in den vernetzten, geschichteten und überlappten Linien, die Rhizomen gleich Knotenpunkte mit neuen Abzweigungen und damit wiederum neue Dreiecke bilden. Unendlich fortführbar breitet sich das Geflecht auf den zwei Wandflächen übereck aus. Es ist bewusst und rational komponiert, aber auch wild wuchernd, bunt, sinnlich und spielerisch. Ordnung und Chaos, Berechnung und Intuition werden paradoxerweise gleichzeitig erlebt. Selbst die immer neu entstehenden Zwischenfelder sind in den Gestaltungsprozess einbezogen.

Durch die Schichtungen und Schnittpunkte der Linien entstehen perspektivische Wirkungen und ein optisches Wechselspiel von Flächigkeit und Räumlichkeit. Konsequent wird dies an den Wandflächen durchgespielte Prinzip auch räumlich umgesetzt: Eine langgestreckte, liegende Pyramide fällt wie eine Pfeil oder Blitz durch die Fläche der Wand in den Raum ein. Da sie ebenfalls von den Wandstrukturen überwuchert ist, verschränkt sie Wand und Raum, aber auch Außen- und Innenwelt, zumal das vorhandene Fenster in die Komposition einbezogen ist.

Die Lage der Pyramide ist nach dem Einfallswinkel der Sonne am Morgen ausgerichtet; so wird die Wanderung des Schattens erlebbar. Diese bewusste Inszenierung von Blickrichtungen und Blickpunkten bezieht nach Fläche und Raum als zweiter und dritter Dimension auch die vierte, die Zeit mit ein.

Friederike Schmidt-Möbus



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